Therapie / Tod

Besser als ein Therapeut? Zwei Therapeuten!

Was habe ich die letzten 48 Stunden Angst gehabt. Voll albern eigentlich.

Weil der Therapeut aus der TK mit dem Therapeuten ambulant reden wollte. Sie wollten gemeinsam darüber reden, warum ich in der TK bin und was eventuell meine Ziele sein sollten.

Ich habe mir die schlimmsten Sachen ausgemalt. Das man der Ansicht sein könnte, dass ich nicht alles sage und wieder vermeide. Und das so meiner Entlassung aus der Tagesklinik irgendwas im Wege stehen könnte.

Netterweise klärte mich Therapeut ambulant auf. Es wurden wohl nur Erfahrungen ausgetauscht. Ich integriere mich in Gruppen, stehe eher am Rand und verstecke mich hinter Büchern. Sehr treffende Charakterisierung. Aber wenn dem wirklich so ist, dass ich wieder einen Rhythmus habe, dann sei ja alles gut.

Der Friedhof, der mir so Angst einjagt wurde nicht mehr zum Thema. TK Therapeut meint ja eh, dass das gar nicht nötig wäre, mich dem zu stellen.

Ich glaube, ich mag da nicht mehr sein. Davon bin ich fest überzeugt. Und das hat nichts mit Vermeidung zu tun. Ganz im Gegenteil. Ich will mich diesem Monster Tod und der Angst davor und der Trauer ja stellen. Ich glaube, ich bin bereit.

Aber ich merke ganz klar, dass die TK nicht der richtige Ort für mich ist, das zu tun. Zum einen denke ich, dass ich da nicht genug Vertrauen habe… Und vielleicht bin ich auch nicht an den richtigen Therapeuten geraten. Der ist wirklich nett und ist bemüht, dass es einem gut geht. Aber ich fühle mich nicht sehr Ernst genommen.

Während ambulant sagt, ich soll nicht vermeiden, sagt TK, ignorieren sie es doch…

Für mich klingt das sehr widersprüchlich. Mit Vermeidung habe ich es auch schon versucht, das hat mich ja erst bis in die TK gebracht.

Ich denke, ich bin gefestigt genug, in die Welt zu gehen und mich der letzten großen Herausforderung zu stellen. Ich gehe das Thema Tod, Sterben und Trauer jetzt an. Ich bin überzeugt, dass die ambulante Ansicht recht hat, es nicht zu vermeiden. Und ich hoffe, dass ambulant mir die Hilfe gibt, die ich mir wünsche.

Ich bin auf jeden Fall beruhigter. Das Gespräch der zwei Therapeuten war, denke ich, nicht zu meinem Nachteil.

Ich stelle mich nun. Die Zeit in der TK war nicht vergebens. Sie hat mir nur gezeigt, dass ich den letzten Teil vom Weg auch schaffen kann.

„Wer nie weint und niemals trauert
Der weiß auch nichts vom Glück
Wer nur sucht, was ewig dauert
Versäumt den AugenblickWer nie nimmt, kann auch nicht geben
Und wer sein Leben lang
Immer Angst hat vor dem Sterben
Fängt nie zu leben an“

Author

claudia.schroeder@meine-mail.de

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11. Oktober 2020