Angst / Tod / Trauer

Manchmal fehlen einfach die Worte

Ich weiß gar nicht so genau, wie ich es schreiben soll. Es geht in diesem Post eigentlich gar nicht um mich und doch beeinflusst es mich.

Manchmal passieren Dinge im Leben, die man nicht hat kommen sehen. Dinge, die so unglaublich sind, dass man sie nicht begreifen kann. Das kann doch nicht wahr sein, das geht einem durch den Kopf. Es ist passiert und dennoch fühlt es sich an, als wäre gar nichts geschehen, denn alles geht, zumindest hier bei uns, irgendwie normal weiter.

Obwohl die Zeit still stehen sollte, die Welt sollte inne halten, wir sollten einen Augenblich die Luft anhalten und fühlen.

Es ist etwas schlimmes passiert. Etwas in unserer Familie, was ich gar nicht weiter in Worte fassen will. Und auch nicht kann.

Zum einen will ich natürlich alle Betroffenen schützen. Und zum anderen fehlen mir die Worte, diese Tragödie begreifbar in Worte zu fassen. Außerdem, wenn ich es schreibe, dann wird es auf einmal so wahr.

Aber ich glaube auch, dass es trotz der Worte nicht, noch nicht, bei mir ankommen würde. Weil es noch so weit weg ist.

Trotzdem sitzt es tief in mir und triggert Toni. Der steht voll auf das Thema Tod. Ein Thema, das mich in Angst und Schrecken versetzt. Meine Urangst, die mir die Kehle zunschnürrt, mich nicht atmen lässt, mir diesen unsagbar großen Kloß im Hals bereitet.

Diese Angst vor dem Sterben und dem Zustand des Todseins, das verfolgt mich seit dem Tod meiner Mama. Der Gedanke, dass wir alle mal sterben, der kommt aus dem nichts, lähmt mich und treibt mir den Panikschweiß auf die Stirn.

Besonders dieses Ereignis zeigt mir einmal mehr, wie schnell es gehen kann und das jeder Tag der letzte sein könnte.
Toni ist ganz angetan davon.
Im Moment bin ich mir nicht so sicher, wie ich damit umgehen soll.

Ich glaube, es ist irgendwie Schicksal, dass ich ausgerechnet jetzt in der Tagesklinik bin. Noch hat sie mir keine neuen Ansätze vermitteln können. Richtig geredet habe ich bisher nicht, wirklich was angegangen wurde noch nicht.

Vielmehr habe ich verstanden, dass ich schon viele Dinge wirklich gut mache. Vielleicht ist die Tagesklinik gar nicht wichtig, um mir eine neue Perspektive im Umgang mit Toni zu geben. Vielleicht soll mir die Klinik diese Urangst begreiflich machen und mir helfen, mich den Gefühlen des Weinens und der Trauer zu stellen. Denn da sitzen so viele Tränen in diesem Kloß im Hals, die einfach nicht geweint wurden, weil ich sie nicht zulassen konnte.

Life is a fucking Bitch!
Fick dich Leben!
Das hat sie einfach nicht verdient.

Wir bleiben zurück, mit tiefer Traurigkeit und Fragen.

Author

claudia.schroeder@meine-mail.de

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20. September 2020