Angst / Gedanken / Gefühle

Der August-Blues

Um mich war es still in den letzten Wochen. Das hatte mehrere Gründe. Es war zum einen viel zu tun. Ich musste viel für mein Studium machen, ich habe auf meine Nichten aufgepasst… und es ist August.

Dieser Monat hat mich letztes Jahr schon aus den Latschen gehauen. Nichts ging mehr. Und so ist es auch dieses Mal.

Im August haben meine Mama und mein Papa Geburtstag. Innerhalb von 14 Tagen. Beide waren Löwe, der eine mehr, die andere weniger.

Der August ist schon seit dem Tod meiner Mama ein wenig so, als würde ich in die Winterstarre fallen. Sommerferien bringen mich raus aus meinem Alltag und mein fester Rahmen geht mir ein wenig verloren. Dann sind da die Feste und Veranstaltungen, die mein Papa und vor allem meine Mama geliebt haben.

Das Schützenfest fiel schon immer in die Zeit zum Geburtstag meines Vaters. Das hat er geliebt, die Musik, das Schießen, das Drumherum. Wir sind oft mit ihm da gewesen. Zum Tanzen, um über die wirklich winzig kleine Kirmes und für gebrannte Mandeln und eine Tüte mit Waffeln.

Für meine Mutter war das Fest schlechthin Libori. Eine große Kirmes in Paderborn, zudem ist es auch ein kirchliches Fest. Das hat meine Mutter jedes Jahr mitgenommen. Egal wie es ihr ging. Sie fuhr in ihre Heimatstadt und besuchte die heilige Messe, schlenderte über den Pottmarkt und kam dann wieder nach Hause. Wir haben sie oft begleitet, auch im Dom war ich mit.

Das alles fiel dieses Jahr weg, wegen Corona. Dennoch kam mir in den Kopf… Ja, jetzt wäre das und dieses gewesen.

Jetzt hätten sie Geburtstag, aber sie sind nicht mehr da.

Dieser Monat bringt eine Urangst von mir auf den Schirm. Eine Angst, die mich schon als Jugendliche das erste Mal überfallen hat. Eine Angst, die immer wieder hochploppt, zu den unmöglichsten Gelegenheiten. Es ist eine essentielle Angst, eine Angst, die wahrscheinlich jeder hat.

Die Angst vor dem Tod…

Das hat Toni voll Stoff gegeben und mich ordentlich aus der Bahn geworfen. Aber es wird langsam wieder. Der September steht vor der Tür. Und ab morgen beginnt meine ambulante Reha in der Tagesklinik.

Zeit, das ich mich dem Ganzen endlich mal stelle. Ob ich will oder nicht…

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claudia.schroeder@meine-mail.de

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5. September 2020