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Selbsthilfe

Wenn man sich im Internet mal umschaut, dann gibt es viele Blogs zum Thema Angst und Angststörung. Und alle berichten davon, wie sie ihren Alltag bewältigen und was ihnen bei den Panikattacken hilft.

Ich gebe zu, mein Blog wird sich in keinster Weise davon abheben. Auch ich möchte von Toni erzählen. Was er in der Vergangenheit mit mir gemacht hat, was er mit mir macht und wie ich ihn in meinen Alltag integriere.

Ich bin also nichts weiter als ein weiterer Angstblog. Für die Leser…

Für mich ist dieser Blog viel mehr. Er ist Hilfe zur Selbsthilfe.

Vor etwa acht Monaten hatte ich die Aufgabe von meinem Therapeuten, mir eine Selbsthilfegruppe zu suchen. Er meinte, der Austausch mit Gleichgesinnten würde mir sicher guttun. Ich bin eine sehr folgsame Patientin und bin für alles offen, was mich in irgendeiner Art und Weise weiterbringt.

Ich suchte mir also eine Gruppe und ging hin.

Ja, ich habe mich mit Fremden Menschen in einen Raum gesetzt. Und… war still. Ich habe in den 2 Monaten, in denen ich da war, eher wenig bis gar nichts gesagt. Weil Toni mit Coco gespielt hat.

Coco kreischte in meinem Kopf:
Was glaubst du, was die von dir denken?
Hört man deine Kurzatmigkeit, wenn du redest?
Und was ist eigentlich, wenn du was Dummes sagst?
Schwitzt du eigentlich schon?
Und warum sagt jetzt eigentlich keiner was?

Tja, ich muss wohl nicht erwähnen, das Toni das jedes Mal so richtig abgefeiert hat. Cool, Coco, warte, ich mache mit. Schau mal, ich mach Herzklopfen, jetzt schwitzt sie und wenn sie jetzt reden würde, dann stottert sie bestimmt.

Ich habe der Selbsthilfegruppe eine faire Chance gegeben und sie waren alle auch meganett. Aber… es machte meine Panik eher schlimmer, als sie zu verbessern. Ich bin hingegangen und habe es ausgehalten. Habe jedoch dann kapituliert.

Nichtsdestotrotz soll ich mich mitteilen. Denn alles, was ich auspreche, das ist nicht mehr in mir und kann mir keine Angst mehr machen. Das habe ich begriffen. Deswegen dachte ich mir, dieser Blog wäre doch ein netter Anfang.

Und ich hatte selbstverständlich auch Hintergedanken. Ich hatte gehofft, auf diesem Wege, diesem anonymeren Wege, Betroffene zu finden, mit denen man sich ganz zwanglos und in meinem Tempo austauschen kann.

Das mir das gelingt, und vor allem so schnell, das hätte ich niemals gedacht. Aber ich habe in den letzten zwei Wochen Menschen kennengelernt, mit denen ich mich austausche. Auf Instagram, per Direktnachricht, unter Fotos.

Es ist wie eine Selbsthilfegruppe. Wir sind uns gleich und doch so verschieden. Man entdeckt Gemeinsamkeiten in der Erkrankung und doch auch große Unterschiede.

Ich bin sehr froh, dass ich mich für noch einen weiteren Angstblog mit wieder den gleichen Themen entschieden habe. Ich hoffe sehr, dass ich noch mehr Kontakte knüpfen kann und das der Austausch für beide Seiten hilfreich ist.

Ich habe einen weiteren Blog gefunden, dem ich nun folge. Sie hat ihren Blog etwa zur gleichen Zeit gestartet wie ich meinen. Noch ein Angstblog. Aber es tut gut zu wissen, dass man nicht alleine ist.

https://medium.com/@glueckspanik

Ich denke, Glückspanik würde sich auch über Leser freuen. Denn das Wissen, dass man nicht alleine ist, gibt die Kraft, die nächste Panikattacke durchzustehen.

Author

claudia.schroeder@meine-mail.de

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